Orthopädie, Wertschätzung und Rollstuhl

Diese Woche hatte unser Inten­siv­kind sei­nen Ter­min beim Ortho­pä­den. Die erste Reak­tion des Arz­tes war eine sehr posi­tive Aus­sage: Im Roll­stuhl sitzt die Madame gut. Ja, da könnte ich mei­nen, die lange Bau­zeit vom Roll­stuhl. [1]

Nein, diese Zeit hat sich nicht gelohnt. Denn es zeigte sich deut­lich bei der fol­gen­den ärzt­li­chen Unter­su­chung die Ver­schlech­te­rung der Sko­liose. Als eine mög­li­che Ursa­che sehen wir die lange War­te­zeit auf den Roll­stuhl, da in die­ser Zeit sie keine gute Sitz­ver­sor­gung hatte. Das Inten­siv­kind muss gut geführt beim Sit­zen, da sie nicht selbst­stän­dig sit­zen kann. Ansons­ten sackt ihr Ober­kör­per zusammen.

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Einwegsensor zu Dauer mal Pauschalversorgung

Ges­tern ver­suchte ich zu klä­ren, ob wir auf den Dau­er­sen­sor in der SpO2 — Über­wa­chung umstei­gen müs­sen. Ich rief die Kran­ken­kasse an. Eine Frau mit erkäl­te­ter Stimme erklärte mir, die Ein­weg­sen­so­ren seien nicht abge­lehnt. Ich wurde stut­zig. Sie sagte wei­ter, die seien in der Pau­schal­ver­sor­gung beim Moni­tor drin. Zuvor führte ich aus, wenn sie, die Kran­ken­kasse diese ableh­nen, dann bräuch­ten wir und der Arzt einen Bescheid dar­über. Es besteht eine ärzt­li­che Ver­ord­nung. Sie ver­trat die Mei­nung, sie brau­che uns kei­nen ableh­nen­den Bescheid aus­stel­len. Ich ver­stand nichts mehr.

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Krankenkasse: Zurück zum Dauersensor

2010 hat­ten wir das Thema Dau­er­sen­sor been­det. In dem Jahr sind wir zu den Ein­weigsen­so­ren für die Mes­sung vom SpO2 (Sau­er­stoff­ge­halt im Blut) über­ge­gan­gen. Der Grund war:

 

 

  • der Dau­er­sen­sor ging in kur­zen Zeit­ab­stän­den kaputt[1]
  • der Dau­er­sen­sor führte zu Druck­stel­len mit Dekubi­tus Grad 1

Ins­be­son­dere durch die wie­der­hol­ten Defekte des Sen­sor lies sich die dama­lige Kran­ken­kasse über­zeu­gen, auf die Ein­weg­sen­so­ren umzu­stei­gen. Die Ver­schleiß der Ein­wegs­sen­so­ren war somit wirt­schaft­li­cher gegen­über den Dau­er­sen­sor, so unsere Schlussfolgerung.

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Neues Pflegezeitgesetz nichts für Pflegende

Das neue Pfle­ge­zeit­ge­setz kommt jetzt und was ändert sich für mich als lang­jäh­rige Pfle­ge­per­son? Ich ver­mute, mir brin­gen die Neue­run­gen nichts. Ich ver­mute wei­ter, auch für die vie­len ande­ren lang­jäh­ri­gen Pfle­ge­per­so­nen hat es keine Aus­wir­kung und ich stelle die Hypo­these: Gerade für die Langzeit-Pflegepersonen wären hier Ände­run­gen wich­tig gewesen.

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Das Leid um den Rollstuhl

Der neue Roll­stuhl vom Inten­siv­kind hatte eine kurze Geneh­mi­gungs­phase gegen­über einer lan­gen, sehr lan­gen Bau­phase. Genauer gesagt, der Bau dau­erte vom Februar bis Ende Okto­ber. Und jetzt, jetzt ist er wie­der in den Hän­den vom Sani­täts­haus, da ver­schie­dene Dinge nach jus­tiert und kor­ri­giert wer­den müssen:

  • die Kopf­stütze hat nicht genug Platz
  • die Rücken­lehne, die zu hoch ist
  • die Pols­te­rung im Po-Bereich
  • der Antrieb in bei­den Rädern, der nicht 100 % syn­chron ist

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Was kostet die Pflegestunde: Wahlrecht des Patienten

Wie ich las bei PPM, ist die Ver­gü­tung der Pfle­ge­leis­tung nach Zeit mit der Pfle­ge­re­form 2014/15 gestri­chen. Sie ist nicht mehr im Programm.

Was ist Ver­gü­tung nach Zeit?

Mit der letz­ten Reform waren die Pfle­ge­dienste ver­pflich­tet ihre Leis­tun­gen auch mit einem Zeit­ta­rif anzu­bie­ten oder kurz: Die Pflege kos­tet pro Stunde den Betrag X. Die Redak­tion von PPM fin­det die Abschaf­fung der Zeit­ver­gü­tung einen guten Schritt. Ich selbst sehe es aus fol­gen­den Grün­den anders: Wei­ter­le­sen →

Ungleichheit im Leben mit Behinderung

Puppe mit Stirnband

Ist ein Kind behin­dert und pfle­ge­be­dürf­tig, so kann die Fami­lie von dem Kind schnell an ihre Gren­zen kom­men, auch an den wirt­schaft­li­chen. Das Thema soziale Ungleich­heit kann sich hier deut­lich äußern.

Auch wenn wir in einer Zeit ange­kom­men sind, in der die Inklu­sion von Men­schen mit Behin­de­rung um gesetzt wer­den soll, heben die aktu­el­len Schritte noch nicht die soziale Benach­tei­li­gung von Men­schen mit Han­di­cap und deren pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen auf. Für viele Fami­lien wird die Pflege und Betreu­ung eines (schwer) behin­der­ten Kin­des zu einem Armuts­ri­siko in der aktu­el­len Pfle­ge­si­tua­tion und für das Rentenalter.

Die soziale Ungleich­heit hebt sich nicht ein­fach auf, wenn die Men­schen mit Behin­de­rung die glei­chen Rechte haben wie die „ande­ren“ Nicht-Behinderten. Sie haben die glei­chen Rechte, deren Wahr­neh­mung und Durch­set­zung sich wie­derum ein­schränkt durch die eigene Geschäfts­fä­hig­keit. Nein, ich musste ler­nen, bei einer Gleich­stel­lung geht es um den Zugang zu den Räu­men des gesell­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len und öffent­li­chen Lebens. Men­schen mit Han­di­cap haben das Recht die glei­che Zugangs­mög­lich­keit zu erhal­ten zu allen Berei­chen des Leben wie die „Nicht-Behinderten“. Seien es in den Schu­len oder Kitas, die Uni­ver­si­tä­ten, den Kran­ken­häu­ser, Ämtern, Museen, Thea­ters, Wahl­bü­ros und und.

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Tracheostoma und Intensivkind: Wer darf absaugen

Es würde vie­les ver­ein­fa­chen, wenn ein­fach ein „jeder“ beim Inten­siv­kind absau­gen könnte oder dürfte. Doch es ist nicht. Absau­gen darf

  • die Ärz­tin / der Arzt
  • die Gesund­heits– und Kinder-/Krankenpflegerin (nach Dele­ga­tion vom Arzt)
  • wir selbst als Sorgeberechtigte
  • Alten­pfle­ge­kräfte, wenn sie über eine Zusatz­qua­li­fi­ka­tion ver­fü­gen (mit Dele­ga­tion vom Arzt)
  • die / der Tra­cheo­st­o­ma­trä­ge­rIn selbst, wenn sie / er dazu in der Lage ist
  • geschulte Logo­pä­din­nen / Ergo– und Phy­sio­the­ra­peu­tIn­nen (nach Dele­ga­tion vom Arzt?) -> siehe bei L.O.G.O.P.A.E.D.I.S.C.H

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Tracheostoma: Die gewünschte Absaugung

Absauggerät Tracheoport von der Seite oben

Letz­tens, als unsere mobile Absau­gung sich wie­der ver­ab­schie­dete, erklärte, sie müsse mal zurück zur Home­care­firma, kam die Frage: Ob auch ein ande­res Modell als Ersatz­ge­rät ginge? Nein!

Aber warum ist es uns nicht mög­lich, ein alter­na­ti­ves Modell zu neh­men? Der Haupt­grund ist, die Absau­gung muss an die ange­fer­tigte Vor­rich­tung am Roll­stuhl pas­sen. Unsere Home­care­firma stimmte die­sen Argu­ment zu und somit beka­men wir unser „gewohn­tes“ Modell. Wie ich her­aus hörte, ist es nicht das „preis­wer­teste“ Modell bei der Tracheostomapauschale.

Ach ja, die monat­li­chen Pau­scha­len der Kran­ken­kasse, die dafür sor­gen, dass die Home­care­fir­men pro­bie­ren die wirt­schaft­lichste (bil­ligste) Vari­ante der Ver­sor­gung zu fin­den. Wirt­schaft­lich­keit bezieht dabei auch auf die Ein­hal­tung des mini­mals­ten Qua­li­täts­stan­dard. Denn bei vie­len Hilfs­mit­teln bestimmt schnell eine bes­sere Qua­li­tät ein teu­re­res Pro­dukt. Ein teu­re­res Pro­dukt bedeu­tet aber bei der Pau­schale, es fällt weni­ger Gewinn für die Firma ab oder sie zahlt sogar drauf. Wel­ches Unter­neh­men möchte dies schon.

Doch wie komme ich zu mei­ner „gewünsch­ten“ Absaugung?

An der Absau­gung Tra­che­o­port hal­ten die Schau­ben das Gehäuse nicht

Wie­der­holt erfuhr ich, dass es in der Pau­schal­ver­sor­gung auch Aus­nah­men geben kann. Zum Bei­spiel bei einem Epi­lep­ti­ker, der auf jedes Absaug­ge­räusch krampft. Er braucht eine laut­lo­ses Modell. Diese Modelle gibt es auf dem Markt, sie sind aber teu­rer. Also kann man pro­bie­ren, dies Hilfs­mit­tel „laut­lose Absau­gung“ geson­dert per Rezept bei der Kran­ken­kasse zu bean­tra­gen, eben mit der obi­gen Begründung.

Eine ande­res Bei­spiel ist die mobile Ver­sor­gung an Roll­stüh­len. Bei Pati­en­ten, die aktiv selbst ihren Roll­stuhl fah­ren, bedarf es einer kom­pak­ten, leich­ten Absau­gung. Dies wäre auch eine Begrün­dung für ein pas­sen­des Absaug­ge­rät. Bei uns träfe die­ser Fall zu, aber aus dem Grund, es herrscht am Roll­stuhl aku­ter Platz­man­gel. Ein grö­ße­rer Absau­ger passt nicht dran.

Jena: AG Eltern beraten Eltern startet

Diese Unter­stüt­zung ist äußerst wich­tig: Eltern bera­ten Eltern. In der Eltern­selbst­hilfe ist dies ein gro­ßes Thema und wird auf ver­schie­denste Wegen umge­setzt. In Jena wird am 24.9.14 zu einem Arbeits­kreis / Arbeits­gruppe ein­ge­la­den, die dies Thema ange­hen will bei Kin­dern mit beson­de­ren För­der­be­darf. Ziel ist es, Eltern gezielt zu befä­hi­gen in der Eltern­be­ra­tung und Eltern­be­glei­tung ehren­amt­lich mit­wir­ken zu können.

Wei­te­res siehe unter elternmentoren-jena.